Mit ‚TV-Glotzer‘ zappte sich Nina Hagen 1978 nicht nur ins Rampenlicht, sondern gleich durch sämtliche gesellschaftlichen Kanäle. Eine Ex-DDR-Rebellin, die westdeutsche Wohnzimmer mit schrillen Parolen, Glitzerlächeln und atemlosem Vibrato überfiel – das klang für viele damals wie Science Fiction auf Vinyl. Der Song ist heute mehr als eine Punk-Hymne: Er ist ein Popkulturdokument, das zwischen Fernsehsofa und Tanzfläche pendelt, immer mit einem ironisch-wachsamen Auge aufs ‚Getrommel aus der Röhre‘. Hagen selbst ruht aber keineswegs auf TV-Lorbeeren! Inzwischen ist sie regelmäßig in Filmprojekten, auf Theaterbühnen und sogar als Sprecherin für Umwelt und Tierschutz aktiv. Kürzlich veröffentlichte sie ihr Album ‚Unity‘, das mit Gastbeiträgen von Funk-Legende George Clinton punktet und beweist, dass Hagen auch nach über vier Jahrzehnten musikalisch und gesellschaftlich ganz vorne bleibt. Fernseher aus, Hagen an – so geht Pop-Revolution à la Nina.