Man merkt schnell: „Where Is My Mind?“ ist kein Song für den beflissenen Radio-Optimierungsfan, sondern ein echter Schrägdenker unter den Indie-Klassikern. Während andere Bands in den späten Achtzigern noch scharf auf den großen Plattenvertrag waren, schraubten die Pixies lieber an merkwürdigen Harmonien, Surf-Riffs und Texten, über die man selbst nach dem fünften Bier noch rätseln kann – von kleinen Fischen im Kopf bis zum großen Rätsel der eigenen Existenz. Auch nach über dreißig Jahren klingt der Track noch wie frisch aus dem Proberaum, mit roher Garage-Ästhetik, die Steve Albini so kultiviert hat wie sonst kaum einer. Die Pixies selbst haben mit ihren neueren Alben („Doggerel“, 2022) bewiesen, dass kreativer Wahnsinn nicht altert – und manchmal reicht ein einziger Song, um sofort in die wilde Welt von Fight Clubs, College-Partys und TV-Serien einzutauchen. Im richtigen Moment gehört, entfaltet der Song immer noch diese magische Mischung aus Nostalgie und Endzeitstimmung – Hauptsache, der eigene Verstand bleibt dabei halbwegs an Ort und Stelle.