Mein Freund der Baum von Alexandra (1968)

Song Factsheet
Songtitel: Mein Freund der Baum
Künstler: Alexandra (Doris Nefedov)
Album: Alexandra (Debütalbum, auch als „Mein Freund der Baum“ bekannt)
Jahr: 1968
Songwriter: Alexandra (Doris Nefedov), Frank Dostal
Produzent: Fred Weyrich
Genre: Chanson / Schlager
Subgenre: Deutsche Pop-Ballade, Liedermacher
Samples oder Coverversionen: - Keine Samples im Original - Coverversionen u. a. von Sarah Connor („Mein Freund, der Baum“ auf dem Album „Muttersprache“, 2016), Annett Louisan - Für Cover wurden keine Samples des Originals verwendet

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Im Podcast
Episode: STH2 ep01
Motto: Plattenschrank der Eltern
Titelnummer: 8
Presenter: Steffen
Extra Info:
Chart Platzierungen
Beste Chartplatzierung Deutschland:
· Deutschland Platz 3 Oktober 1968
Top 3 Chartplatzierungen weltweit:
· Schweiz Platz 5 Herbst 1968
· Österreich Platz 9 1968
Auszeichnungen & Preise
Goldene Schallplatte für über 250.000 Einheiten in Deutschland 1968
„100 wichtigsten deutschen Songs“ Goethe-Institut 2011
Film- und TV-Bezüge
- TV-Dokumentation „Alexandra – Die Legende einer Sängerin“ (ZDF 1999) - Soundtrack verschiedener Baumpflanzaktionen und Naturschutzkampagnen im deutschen Fernsehen - Spielfilm „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (2021, Amazon) als atmosphärischer Hintergrundsound
Quellen

Alexandras „Mein Freund der Baum“ aus 1968 – ein melancholischer Chanson über Vergänglichkeit, Freundschaft und Naturschutz. Kultstatus im deutschen Musikkanon.

Hintergrundinfos

Selbstreflexion und Naturschutz
Alexandra schrieb „Mein Freund der Baum“ in einer Phase der Selbstfindung und verwob darin ihre Beschäftigung mit den Themen Vergänglichkeit, Erinnerung und dem Schutz der Natur.
Inspiration durch Kindheitserlebnisse
Alexandra schrieb „Mein Freund der Baum“ in einer Phase der Selbstfindung und verwob darin ihre Beschäftigung mit den Themen Vergänglichkeit, Erinnerung und dem Schutz der Natur.
Musikalischer Bruch mit dem Schlager-Klischee
Mit „Mein Freund der Baum“ schuf Alexandra ein melancholisches, poetisch aufgeladenes Werk, das sich durch düstere Lyrik und einen ernsthaften Tonfall vom damals vorherrschenden, oft oberflächlichen Schlager absetzte.

Triviawissen

Posthumer Kult
Alexandra starb bereits ein Jahr nach Veröffentlichung des Songs, was „Mein Freund der Baum“ zu einer Art musikalischem Vermächtnis werden ließ.
Studiohund als stiller Begleiter
Während der Aufnahme im Hamburger Studio war Produzent Fred Weyrichs Dackel „Wuschel“ stets dabei und brachte alle mit seinem Schnarchen zum Lachen.
Umweltbewegung inspiriert
Mit „Mein Freund der Baum“ schuf Alexandra ein melancholisches, poetisch aufgeladenes Werk, das sich durch düstere Lyrik und einen ernsthaften Tonfall vom damals vorherrschenden, oft oberflächlichen Schlager absetzte.
Besonderer Beifall
Bei ihrem letzten Live-Auftritt in der Berliner Waldbühne 1969 erhielt Alexandra für „Mein Freund der Baum“ sieben Minuten stehende Ovationen.
Eigene Baumallee
In ihrem Geburtsort Tilsit/Sowetsk wurde eine Allee nach Alexandra und ihrem Lied benannt, die jährlich mit einer Gedenkveranstaltung bedacht wird.

Ich wollte mit diesem Lied zeigen, dass nicht nur Menschen Gefühle haben – auch Bäume können Freunde sein.

Alexandra
Interview, Zeitschrift Bravo, September 1968

Rezension

Wer behauptet eigentlich, der deutsche Schlager wäre nur seichte Massenware? „Mein Freund der Baum“ fegt wie ein Spätsommersturm durch diese Klischees. Alexandra, die faszinierende Künstlerin mit der rauchig-mystischen Stimme, pflanzte sich 1968 mit einem textlich anspruchsvollen Chanson mitten in den kulturpessimistischen Zeitgeist und ließ ein musikalisches Denkmal für Bäume und Kindheitserinnerungen entstehen. Von knisternden Vinylplatten bis zu Spotify-Playlists, dieser Song bleibt frisch wie Morgentau im Birkenwäldchen.Abseits der Musik engagierte sich Alexandra übrigens schon zu Lebzeiten für Umweltthemen, lange bevor „Klimaschutz“ auf Wahlplakaten stand. Heute inspirieren ihre Songs nicht nur Deutschlehrer, sondern auch Singer-Songwriterinnen, die auf gefühlvolle Lyrik und Gänsehaut setzen. Neuigkeiten zu Alexandra? Nach ihrem viel zu frühen Tod 1969 lebt ihr Erbe in Nachwuchskünstlerinnen, Coverversionen und vor allem in jeder Birke, die von Naturschützern unter den Klang ihres Liedes gepflanzt wird.

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